Cotti Coffee: Wie gut ist der 99-Cent-Espresso wirklich?

Espresso für 99 Cent – mitten in deutschen Innenstädten. Nicht als zeitlich begrenzter Supermarkt-Deal, nicht aus einem Büroautomaten, sondern aus einer Coffee-Kette mit globalem Expansionsplan. Seit Anfang 2026 eröffnet Cotti Coffee Filialen in deutschen Metropolen und bringt ein Versprechen mit, das lange unmöglich schien: Kaffee zu Preisen, die deutlich unter dem bisherigen Marktniveau liegen.

Ein Espresso für unter einen Euro. Ein Cappuccino für unter drei Euro. In einer Branche, in der Preise über Jahre hinweg gestiegen sind, wirkt dieses Modell wie ein Bruch mit der bisherigen Realität.

Doch die eigentliche Frage ist nicht nur, wie Cotti Coffee so günstig sein kann. Die wichtigere Frage ist, was hinter diesem Preis steckt – und warum dieses System überhaupt funktioniert.

Cotti Coffee ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis einer konsequent optimierten Strategie.

Und genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick.

Was ist Cotti Coffee?

Cotti Coffee ist eine chinesische Coffee-Kette, die 2022 gegründet wurde und innerhalb kürzester Zeit tausende Standorte weltweit aufgebaut hat. Anders als traditionelle Cafémarken, die oft über Jahrzehnte gewachsen sind, wurde Cotti Coffee von Anfang an als skalierbares System konzipiert.

Das Ziel war nicht, einzelne Cafés zu perfektionieren. Das Ziel war, ein Modell zu entwickeln, das sich schnell vervielfältigen lässt.

Dieses Modell basiert auf Standardisierung, Automatisierung und Digitalisierung.

Jede Filiale folgt einem klar definierten Aufbau. Maschinen, Prozesse und Menü sind weitgehend identisch. Neue Standorte lassen sich dadurch schnell eröffnen, ohne individuelle Anpassungen vornehmen zu müssen.

Seit 2026 ist Cotti Coffee auch in Deutschland präsent, mit ersten Filialen in Städten wie Berlin, Hamburg, Köln und Düsseldorf. Weitere Expansionen gelten als wahrscheinlich.

Was Cotti Coffee von vielen bestehenden Cafés unterscheidet, ist nicht ein einzelnes Detail – sondern die konsequente Ausrichtung auf Effizienz.

Warum kostet ein Espresso bei Cotti Coffee nur 99 Cent?

Der Preis ist das auffälligste Merkmal. Und gleichzeitig das Ergebnis eines Systems, das auf maximale Effizienz optimiert wurde.

Ein zentraler Faktor ist die Automatisierung der Zubereitung. Cotti Coffee verwendet professionelle Kaffee-Vollautomaten, die den gesamten Brühprozess intern steuern. Mahlen, Dosieren und Extraktion erfolgen automatisch und reproduzierbar.

Das reduziert den Bedarf an manuellen Eingriffen und sorgt dafür, dass jeder Espresso nach denselben Parametern zubereitet wird.

Ein weiterer Faktor ist die Gestaltung der Filialen. Cotti Coffee setzt auf kompakte Standorte mit begrenzter Fläche. Sitzplätze sind oft nicht im Fokus. Stattdessen geht es darum, Bestellungen schnell abzuwickeln und einen hohen Durchlauf zu ermöglichen.

Auch die Digitalisierung spielt eine zentrale Rolle. Bestellungen erfolgen häufig über Apps oder digitale Schnittstellen. Dadurch lassen sich Prozesse effizienter steuern und Wartezeiten reduzieren.

All diese Faktoren zusammen ermöglichen eine Kostenstruktur, die niedrigere Preise erlaubt. Der 99-Cent-Espresso ist kein isoliertes Angebot. Er ist das Ergebnis eines Systems, das jeden Schritt optimiert hat.

Wie funktioniert das Geschäftsmodell von Cotti Coffee?

Um Cotti Coffee zu verstehen, muss man das Geschäftsmodell als Ganzes betrachten. Cotti Coffee verkauft nicht nur Kaffee. Cotti Coffee betreibt ein standardisiertes System zur Kaffeeproduktion und -distribution.

Dieses System basiert auf vier zentralen Prinzipien:

  • Standardisierung ermöglicht, dass jede Filiale nach denselben Abläufen funktioniert. Automatisierung reduziert die Abhängigkeit von manuellen Prozessen.
  • Digitalisierung vereinfacht Bestellungen und Abläufe.
  • Skalierbarkeit erlaubt schnelle Expansion.

Diese Kombination ermöglicht es, neue Standorte effizient zu eröffnen und zu betreiben.

Während traditionelle Cafés oft individuell aufgebaut sind, funktioniert Cotti Coffee wie ein modulares Netzwerk. Jede Filiale ist Teil eines größeren Systems.

Warum setzt Cotti Coffee auf Vollautomaten?

Der Einsatz von Vollautomaten ist ein bewusster Bestandteil der Strategie.

Vollautomaten ermöglichen eine automatisierte Zubereitung mit konsistenten Ergebnissen. Der gesamte Prozess wird von der Maschine gesteuert. Das reduziert die Variabilität und ermöglicht eine schnelle Ausgabe der Getränke.

Für ein System, das auf Skalierung ausgelegt ist, ist diese Konsistenz entscheidend. Manuelle Prozesse lassen sich schwer standardisieren. Automatisierte Prozesse lassen sich replizieren. Cotti Coffee hat sich klar für Reproduzierbarkeit entschieden.

Wie sehen Cotti Coffee Filialen aus?

Wer eine Cotti Coffee Filiale betritt, wird eine klare Ausrichtung auf Funktionalität erkennen. Die Filialen sind kompakt gestaltet und auf Effizienz optimiert. Der Fokus liegt auf schneller Bestellung und Mitnahme. Das unterscheidet sich vom klassischen Bild eines Coffeeshops als Ort des Verweilens. Cotti Coffee definiert die Rolle des Coffeeshops neu.

Der Standort ist kein Ziel an sich. Er ist Teil eines Systems zur schnellen Bereitstellung eines Produkts. Diese Ausrichtung ermöglicht es, hohe Frequenzen effizient zu bedienen.

Warum expandiert Cotti Coffee so schnell?

Die schnelle Expansion ist kein Nebeneffekt. Sie ist Teil der Strategie. Da jede Filiale nach denselben Prinzipien aufgebaut ist, können neue Standorte schnell eröffnet werden. Das reduziert Komplexität und ermöglicht Wachstum in kurzer Zeit.

Ein standardisiertes System ist einfacher zu skalieren als ein individuelles Konzept. Cotti Coffee wurde von Anfang an mit dieser Skalierbarkeit im Fokus entwickelt.

Warum sorgt Cotti Coffee für so viel Aufmerksamkeit?

Cotti Coffee stellt eine grundlegende Annahme infrage: dass Kaffee zwangsläufig teuer sein muss. Ein Espresso für 99 Cent verändert die Wahrnehmung dessen, was möglich ist. Für Konsumenten bedeutet das mehr Auswahl. Für den Markt bedeutet es eine neue Dynamik.

Cotti Coffee konkurriert nicht primär über Atmosphäre oder Individualität. Cotti Coffee konkurriert über Effizienz. Und Effizienz verändert Märkte.

Cotti Coffee ist Teil einer neuen Generation von Coffee-Ketten

Cotti Coffee steht nicht allein. Neue Coffee-Ketten entstehen mit einem klaren Fokus auf Systemeffizienz, Digitalisierung und Skalierbarkeit. Auch Marken wie Lap Coffee verfolgen moderne, stark standardisierte Konzepte, die sich deutlich von traditionellen Caféstrukturen unterscheiden.

Diese neue Generation von Coffee-Ketten denkt Kaffee nicht primär als handwerkliches Produkt, sondern als skalierbares Konsumgut.

Das ermöglicht eine Expansion mit einer Geschwindigkeit, die bisher ungewöhnlich war. Cotti Coffee ist eines der sichtbarsten Beispiele dieser Entwicklung.

Was passiert, wenn man sich intensiver mit Kaffee beschäftigt?

Je tiefer man sich mit Kaffee beschäftigt, desto klarer wird, wie viele Faktoren den Geschmack beeinflussen können.

Herkunft, Verarbeitung, Röstung und Zubereitung spielen eine entscheidende Rolle.

Frisch geröstete Bohnen entwickeln komplexe Aromen. Unterschiedliche Regionen bringen unterschiedliche Geschmacksprofile hervor. Die Art der Zubereitung beeinflusst das Ergebnis.

Kaffee ist kein statisches Produkt. Er ist ein landwirtschaftliches Erzeugnis mit enormer Vielfalt. Viele Menschen entdecken diese Vielfalt erst, wenn sie beginnen, Kaffee bewusst auszuwählen und selbst zuzubereiten.

Genau an diesem Punkt verändert sich oft die Perspektive. Kaffee wird nicht mehr nur konsumiert. Er wird erlebt.

Wo liegt der Unterschied zwischen Systemkaffee und frisch gerösteten Bohnen?

Der größte Unterschied liegt in der Kontrolle. Bei standardisierten Systemen ist der Kaffee Teil eines vorgegebenen Prozesses. Parameter sind definiert, Ergebnisse sind reproduzierbar. Bei frisch gerösteten Bohnen liegt die Kontrolle beim Konsumenten. Man kann Herkunft auswählen. Röstgrad auswählen. Zubereitungsmethode auswählen.

Das eröffnet Möglichkeiten. Viele Kaffeetrinker beginnen aus Neugier. Und entdecken dabei, wie unterschiedlich Kaffee schmecken kann. Der Zugang zu frisch gerösteten Specialty Coffee Bohnen hat sich in den letzten Jahren stark verbessert.

Heute ist es einfacher denn je, hochwertige Bohnen von spezialisierten Röstern zu entdecken und zuhause zuzubereiten.

Fazit: Der 99-Cent-Espresso zeigt, was verloren geht, wenn Kaffee nur noch ein System ist

Cotti Coffee ist kein Fortschritt für Kaffee. Es ist die konsequente Reduktion eines landwirtschaftlichen Produkts auf einen standardisierten Systemoutput.

Der 99-Cent-Espresso ist kein Qualitätsversprechen. Er ist ein Effizienzversprechen. Jeder Schritt – von der Bohne bis zur Tasse – ist darauf ausgelegt, Kosten zu minimieren und Prozesse zu automatisieren. Nicht, um das Beste aus Kaffee herauszuholen, sondern um ihn maximal skalierbar zu machen.

Was dabei verloren geht, ist genau das, was Kaffee ursprünglich ausmacht: Herkunft, Frische, Handwerk und Charakter.

Kaffee ist kein industrielles Einheitsprodukt. Er ist ein Naturprodukt mit enormer Vielfalt, geprägt von Klima, Boden, Verarbeitung und Röstung. Diese Vielfalt lässt sich nicht standardisieren, ohne sie zu reduzieren.

Modelle wie Cotti Coffee verändern nicht, was Kaffee sein kann. Sie verändern, was Kaffee wird, wenn Effizienz wichtiger wird als Qualität.

Gerade deshalb wächst parallel das Interesse an Specialty Coffee. Nicht als Trend, sondern als bewusste Gegenbewegung.

Denn wer einmal verstanden hat, wie unterschiedlich Kaffee schmecken kann, erkennt schnell den Unterschied zwischen einem Systemprodukt und einem Naturprodukt.


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